Dževad Karahasan
„Der Trost des Nachthimmels“

722 Seiten
Suhrkamp Verlag
29,95 Euro


















Ein Roman wie „Der Name der Rose“
Wer an Weihnachten ganz tief eintauchen möchte in das Schlaraffenland des Lesens, um ein Buch ganz und gar zu ergründen, der hat mit Dževad Karahasans Buch einen Glücksgriff getan. Sein Roman über den Niedergang des Seldschuken Reiches im 11. Jahrhundert ist eine Anlehnung an die Tradition des Erzählens von „1001 Nacht“. Doch das Buch über die historische Figur des Hofastronomen Oman Chayyam im alten Isfahan ist viel mehr als das. Es zeigt ein aufgeklärtes islamisches Reich, das im Fundamentalismus zerfällt, das verzweifelte und radikale Klammern an die Religion endet im Fanatismus. Karahasan lässt zwischen den Zeilen immer wieder die Gegenwart durchscheinen und Ähnlichkeiten liegen auf der Hand. Der Erzähler des Buches kommt zu dem Schluss, dass der Mensch zwar einen Glauben braucht, aber keine Religion.