Erzählungen, in denen es noch richtig Winter war
Dass der große russische Dramatiker nicht nur einen unfehlbaren Sinn für das Zwischenmenschliche in Dialogform hat, beweisen seine winterlichen Schilderungen: »Wenn der erste Schnee fällt, am Tag der ersten Schlittenfahrt, ist es angenehm, die weiße Erde, die weißen Dächer zu sehen, es atmet sich weich und wunderbar, und dann erinnert man sich an die Jugendjahre.« Zwischen Kaviar, Königen und kleinen Scherzen besticht Čechovs Sprache durch eine warme Klarheit. Und wer zu dieser Jahreszeit der Kälte lieber entfliehen würde, dem seien seine – ebenfalls bei Diogenes erschienenen – „Sommergeschichten“ ans Herz gelegt.

Anton Čechov
in neuer Übersetzung von Peter Urban
„Wintergeschichten“
272 Seiten
Diogenes
22,- Euro