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„Das Wiener Kaffeehaus“
Herausgegeben von Christian Brandstätter

312 Seiten 300 Abbildungen
Brandstätter Verlag
60,- Euro


„Wie sich auch die Zeiten ändern mögen, das Wiener Caféhaus bleibt“
Was für ein opulenter Prachtband und welche Hommage an das Wiener Kaffeehaus. Kein geringerer als der Verleger selbst, Christian Brandstätter, hat mit diesem Bildband dem Kaffeehaus, ja der ganzen Stadt Wien ein Denkmal gesetzt. Denn wegzudenken wäre er nicht, dieser Ort des Weltmittelpunktes und der Weltabgeschiedenheit; weder für die Hauptstadt der Habsburger Donaumonarchie noch für das heutige Wien als touristische Hauptattraktion eines ganz eigenen Lebensgefühls.
Das Kaffeehaus gebiert Genies, ist Heimstatt für Lebenskünstler, beherbergt aber auch verkrachte Existenzen und Verzweifelte, die sich über Stunden hinter ihrer Kaffeetasse verstecken können. Es gibt keine Zeit oder zumindest keine Eile, was die Oberkellner beim Bestellen den drängenden Gast durchaus spüren lassen. Das Kaffeehaus in Wien ist eine Lebenseinstellung, ein Paradies der Leichtigkeit, wo einen eine schöne Frau in Schwarz schon einmal von der schwarzen Dame auf dem Schachbrett ablenken kann.
Doch vor lauter schwärmerischer Nostalgie zurück zu diesem wunderbaren Buch. Mit bisher unveröffentlichten alten Photographien, Stichen und vielen Dokumenten, fühlt man sich zurückversetzt in „die gute alte Zeit“ der goldenen Tage des Kaffeehauses. Die Dichter und Feuilletonisten kommen natürlich auch zu Wort. Selbst Elfriede Jelinek stimmt mit Alfred Polgar und André Heller und vielen anderen in das Loblied des Kaffeehauses ein und sie stellen der wunderschönen Gestaltung des Buches ausgewählte und kluge Wortbeiträge zur Seite.