„Zirkuswelten“
Das magische Leben der letzten Zirkusfamilien Europas
192 Seiten
Frederking & Thaler
39,99 Euro


Die fabelhafte Welt der Phantasie
Wird es sie noch geben die Traumfischer der Illusion, die Alltagsverzauberer, dieses Glücksgefühl, wenn es heißt „der Zirkus ist in der Stadt“. Kaum etwas erfährt man über den Verbleib und das Überleben der Manegen, die mit den Akrobaten, den Clowns und all den weiteren Illusionisten durch die Lande reisten und mit der Pandemie zu kämpfen haben. Stephanie Gengotti hat jahrelang verschiedene Zirkusgruppen fotografisch begleitet. Entstanden ist der vielleicht schönste Bildband dieses Jahres, der voll ist von der Magie, die noch heute von einem Zirkuszelt ausgeht. Mit den farbig expressiven Bildern können wir einen Blick in die Seele dieser aus der Zeit gefallenen Attraktion werfen.
Die Fotografin hat zusammen mit Fulvio de Sanctis, der für die Texte verantwortlich zeichnet, ein Buch entstehen lassen, das den „Neuen Zirkus“ lebendig werden lässt. Nicht mehr die Schau oder die Dressur der wilden Tiere sind dort zu finden, sondern Menschen stehen im Mittelpunkt, die sich musikalischer und szenischer Mittel bedienen, um mit ihrer Akrobatik, ihrer Kunst der Jonglage oder Clowneskem, Geschichten zu erzählen.
Das Buch vermittelt aber auch den Alltag dieser Menschen, wenn sie die Masken ablegen, sich in ihren engen Zirkuswagen treffen, wenn sie proben oder einfach nur für die nächste Aufführung ihre Seele baumeln lassen. In unserer grauen Welt der Geschwindigkeit und dem Wandel bringt der Zirkus einen so bunten Farbtupfer zustande, vielleicht ein Relikt aus vergangenen Tagen, auf jeden Fall eine Welt mit einer anderen Wirklichkeit.