John Barton
„Die Geschichte der Bibel“

717 Seiten
Klett-Cotta Verlag
38,- Euro


Auf den Spuren der Bibel
Wie oft wurde es schon für überholt, verdrängt und für vergessen erklärt, das wichtigste Buch der Menschheitsgeschichte: Die Bibel. Dabei bietet sie doch alles an Spannung, Dramen und Lebensgeschichten als Prädikate für ein lesenswertes Buch. Von Shakespeare bis zur gegenwärtigen Literatur, immer wieder schimmern sie durch die biblischen Themen, ist die Heilige Schrift Ideengeber für die Autor*innen weltweit und nicht nur ein Begleiter der christlichen Gesellschaft.
Grandios und mutig zugleich ist nun der Versuch von John Barton auf 700 Seiten eine Geschichte der Bibel zu verfassen. Ein Wagnis, denn die Wirkungsgeschichte, den Wandel der Zeit und die sich verändernde Interpretation erschöpfend zu behandeln muss zum Scheitern verurteilt sein. Trotzdem ist das Buch des englischen Theologen großartig und ein wichtiges Geschichtswerk, das nicht nur für überzeugte Christen lesenswert ist. Gerade diejenigen, welche jedes Wort der Bibel für bare Münze nehmen, können erfahren, dass die biblischen Geschichten mit ihren Bildern Metaphern sind, die sich jede Generation neu erschließen muss.
Für Atheisten dagegen ist die Lektüre ebenso gewinnbringend. Die Lesenden erfahren wie sehr im Laufe der Geschichte die Bibel unsere Wertvorstellungen beeinflusst hat und über viele Jahrhunderte bis in die Gegenwart prägend für unsere Gesellschaft ist. Und für alle gilt, dass man am Ende dieses Buches sicherlich ein anderes Bild von der Bibel hat und vielleicht sogar wieder darin zu blättern beginnt.