Raritäten

Einblicke in die Ästhetik der japanischen Kunst Tee zu genießen
Es gibt einige Bücher über Tee. Viele davon erzählen die Geschichte wie der Tee aus Indien, China und Japan nach Europa gelangte. Oft erscheint das Erzählte wie ein heldenhafter Seefahrerepos, der die traurigen Fakten der Kolonialzeit verharmlost. Doch dieses Buch ist anders! Kakuzo Okakura, japanischer Kunstwissenschaftler (1862 – 1913), nimmt die Leser*Innen mit auf einen Streifzug durch die japanische und zum Teil chinesische Tradition des Teetrinkens. Dabei richtet er sein Augenmerk auf die Philosophien des Taoismus und des Zens, die Gestaltung des Teeraumes, sowie die dazugehörigen Utensilien. Leere und die Ehrerbietung gegenüber dem Tee spielen eine zentrale Rolle. Das Büchlein ist mit zahlreichen Farbzeichnungen illustriert, die das Geschriebene verbildlichen. Die hochwertige Gestaltung unterstreicht den Respekt, welchen Okakura mit seinen Worten der Teekultur entgegenbringt.
Saskia Jürgens

Kakuzo Okakura
„Das Buch vom Tee“

101 Seiten
Insel Verlag (Insel-Bücherei Nr. 1423)
14,- Euro

Ein Schatz, ein Juwel, ein Wunder.
Die Briefe und Postkarten der Mascha Kaléko sind ein unerschöpflicher Schatz, immer wieder überraschend und verblüffend. Neben der beruflichen Korrespondenz mit Verlagen, die viel über ihre Arbeitsweise verraten, geben die privaten Briefe an Freunde, Bekannte und Schriftstellerkollegen ein hinreissendes Zeugnis ihres Lebens und Denkens. Manchmal von überschäumender Fröhlichkeit bis kaum auszuhaltender Traurigkeit ist alles vorhanden. Manche Briefe lesen sich wie kleine Komödien, in manchen sind Gedichte versteckt und immer wieder blitzt ihr helles Genie auf. Man ist hin- und hergerissen zwischen Lachen und Weinen, was für Juwel.
Klaus Schönfeld

Mascha Kaléko
„Sämtliche Werke und Briefe“

4 Bände
DTV
198,- Euro

Die schönste und aufregendste Art Italienisch zu lernen
Die Gedichte von Ungaretti (1888-1970) schweben zwischen geheimnisvoller Düsternis und kristallklarer Helligkeit. Trotz der oft minimalistischen Form bewahrt er eine unergründliche Tiefe. In der Tradition Petrarcas und Mallarmes behandelt Ungaretti die großen Themen. Einsamkeit Liebe Verlust Natur Tod. Ingeborg Bachmann und Paul Celan bewunderten ihn und haben viele seiner Gedichte übertragen.
Klaus Schönfeld

Giuseppe Ungaretti
„Ein Menschenleben!“

das dichterische Gesamtwerk
4 Bände 1626 Seiten
Kirchheim Verlag 1991
80,- Euro

Die Geschichte der Stadt

„Die Stadt entsteht, weil keiner von uns sich selber genügen kann.
Sondern jeder viele andere nötig hat.“

Platon

Der österreichische Professor für Architektur, Franz Heigl, gilt als renommierter Städteplaner und als einer der besten Kenner urbaner Geschichte. Sein grundlegendes Werk gibt einen sehr guten Einblick in die Stadtgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Es ist die Stärke seines Grundlagenwerks über die Stadt, dass gerade der Gesamtüberblick Kontinuitäten und Brüche in der Entwicklung des Städtebaus aufzeigt. Obwohl sich viele Grundmuster erhalten haben, wandelte sich natürlich der Anspruch der Städter im Laufe der Zeit. Leider ist dieses Grundlagenwerk vergriffen, aber wir haben noch ein verlagsneues Exemplar auf Lager.
Thomas Mahr

Franz Heigl
„Die Geschichte der Stadt“

Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert
600 Seiten
Akademische Druck- und Verlagsanstalt
39,90 Euro

Alles Goethe…
Gar Vieles gäbe es zu diesem großen Meister der deutschen Literatur anzumerken. Bewundern möchte man ihn, verehren und wünschen, dass er junge Leser findet. Den Faust, den Wilhelm Meister in die Hand zu nehmen und nur darin zu blättern, hängen zu bleiben an einer Stelle und sich an dieser schönen Sprache einfach nur zu freuen. In den Wahlverwandtschaften zu lesen, dass die Liebe nicht frägt wohin sie geht, mit Goethe nach Italien zu reisen und natürlich die Gedichte… Fast ein wenig schäme ich mich, die gesammelten Werke Goethes wie ein Marktschreier anzubieten. Die großartige Hamburger Gesamtausgabe wird vom Deutschen Taschenbuchverlag günstigst angeboten. Und wer in die Zukunft investieren möchte, kann doch um dieses Angebot fast nicht herumkommen.
Thomas Mahr

Johan W. von Goethe
„Werke, 14 Bände“(Hamburger Ausgabe)
In Kassette
11048 Seiten
DTV Verlag
49,90 Euro

Söhne brauchen Väter
Gemeinsam in ein Spiel vertieft, unterwegs auf einem Spaziergang, mitten in der Stadt, in Wohlstand gebettet oder arm am Straßenrand, der Bildband „Väter und Söhne“ zeigt wie intim und schön der Augenblick der Gemeinsamkeit zwischen den beiden sein kann. Große Fotografen wie Robert Capa und Henri Cartier-Bresson haben berührende Momente eingefangen, die zeigen, dass das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ein ganz besonderes ist. Ergänzt werden diese Bilder aus den Archiven der Fotogeschichte durch eine Erzählung von Vladimir Kaminer. Der schöne und preisgünstige Band ist eine Liebesgeschichte in Bildern und ein Aufruf an die Väter ihre Rolle anzunehmen, in einer Gesellschaft, die deren Abwesenheit beklagt. Denn viel zu schnell verrinnt die Zeit, in der die Söhne ihre Väter brauchen, als Held und Tröster, als Vorbild aber auch Sinnbild des Generationenmkonfliktes.
Thomas Mahr

Väter und Söhne
„Liebesgeschichten in Bildern“
88 Seiten
Benteli Verlag
9,95 Euro


Begegnung an der Donau
Frank Gaudlitz wurde mit seinem Fotoprojekt Warten auf Europa bekannt, bei dem er auf einer Reise entlang der Donau – vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer – Menschen porträtierte, denen er zufällig begegnete. Im bewussten Gegensatz dazu bat Gaudlitz für seine neue Serie Casa mare Menschen im südlichen und mittleren Osteuropa vor die Kamera, um sie in ihren Wohnzimmern und in Festtagskleidung zu fotografieren. Meist wurde für diese Inszenierungen eigens für ihn die »gute Stube« geöffnet- der Feierlichkeiten vorbehaltene Raum mit seiner oftmals reichen Ornamentik aus Teppichen, Heiligenbildchen, Vorhängen und Familienfotos. Die Kleidung der Porträtierten verrät etwas von deren unterschiedlichen Schönheitsidealen, aber auch von ihrem sozialen Status. Beide Ausstellungen waren in Ulm zu sehen und fanden auf dem Donaufest und im Donauschwäbischen Zentralmuseum großen Anklang. Zum Leseereignis werden die beiden Kataloge durch die Essays, die Karl-Markus Gauß und Gustav Schlögel begleitend geschrieben haben. Beide Bände sind vergriffen. Wir haben noch Restbestände, die wir zu Sonderkonditionen anbieten können.
Thomas Mahr

Frank Gaudlitz
„Casa Mare“

Essay von Karl-Markus Gauß
Fotokatalog
171 Seiten mit 74 Farbabbildungen
Hatje Cantz Verlag
10,-- Euro



Das verrückten Jahre in Paris 1919 -1939
Ob Literatur, ob Malerei, Musik, Tanz und Architektur, alles was in der Kunst Rang und Namen hatte hielt sich in jener Zeit in Paris auf, um teilzunehmen an der Avantgarde, die die Schlagzahl vorgab und die kulturelle Entwicklung in Europa dominierte. Die Faszination der französischen Metropole war so groß, dass selbst viele junge amerikanische Intellektuelle das Paris jener Zeit zu ihrem Lebensmittelpunkt machten. Vincent Bouvet und Gerard Durozoi haben mit ihrem schönen, opulenten Bildband diese Stimmung mit all ihren künstlerischen Höhepunkten eingefangen. Das Buch lädt mit seinen Texten, aber vor allem mit seinen vielen Bildern zu einer Zeitreise ein, um diese für Paris so wichtigen Jahre neu erstehen zu lassen. Die Boheme und die Künstler sorgten für eine Atmosphäre, die der Tourist noch heute in Paris zu finden glaubt.
Thomas Mahr

Vincent Bouvet, Gerard Durozoi
„Paris 1919 -1939“

415 Seiten mit 505 Abbildungen
Brandstätter Verlag
25,-- Euro

Sichern Sie sich dieses wunderschöne Buch bevor es endgültig vom Buchmarkt verschwunden ist.
Darüber hinaus hat der Verlag auch noch weitere Städtebände herausgegeben, die aber leider alle vergriffen sind wir haben aber noch ein Exemplar von „Moskau und Sankt Petersburg 1900 -1920“ auch zu dem günstigen Sonderpreis von 25,-- Euro

Ein Automobil als Hauptfigur
Was für eine literarische Sensation. Endlich, nach mehr als 100 Jahren, ist Octave Mirbeaus Reisebericht ins Deutsche übersetzt worden. Aber halt, das Buch ist viel mehr als ein solcher, es ist auch ein überaus origineller Zustandsbericht Europas mit Anekdoten und Reflexionen im Taumel des rasanten Epochenwandels. Schon der Titel des Buches „628-E8“, das Autokennzeichen des Luxusvehikels – ein Charron – beweist Originalität, das Automobil selbst wird zum Helden des Buches. Oldtimerfreunde werden sich freuen an dieser Hymne auf das Auto und sich dann doch die Augen reiben, wenn Mirbeau seine Verherrlichung auf den Kopf stellt. Ach, die armen Belgier, die von den Franzosen mit Vorliebe durch den Kakao gezogen werden und dann das Loblied eines Franzosen auf die Deutschen (1905!), das aber in der köstlichsten Persiflage auf den deutschen Kaiser Wilhelm endet, der für Mirbeau nur eine Witzfigur ist, allerdings eine Säbelrasselnde. Nein, das Buch ist nicht leicht zu lesen, wirklich nicht, es springt wild durch die verschiedensten Genres der Literatur, löst diese auf, ähnlich dem Verschwimmen der Landschaft, wenn der Charron mit Vollgas über die Landstraßen braust. Dafür entschädigen die köstlichsten Bonmots und Episoden, die das Lebensgefühl der Boheme in der Belle Epoque einfangen.
Thomas Mahr

Octave Mirbeau
„628-E8“

602 Seiten
Weidle Verlag
29,-- Euro
Übersetzt, erläutert und kommentiert von Wieland Grommes Fotos von Dirk Damer