Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.

Rückblick Veranstaltungen: 2017 - 2016 - 2015 - 2014

2018

↓ Rückblick Veranstaltungen 2018

Harry Graf Kessler – der Mann, der alle kannte
Kennen Sie Harry Graf Kessler? Kein Denkmal wurde ihm je gebaut, kein Kunstpreis nach ihm benannt. Wenn wir uns anlässlich seines 150. Geburtstages im Jahr 2018 an ihn erinnern, gibt es dafür hinreichend viele und gute Gründe.
Reich, gebildet, elitär, Weltreisender, polyglotter Flaneur, kunstbesessener Dandy. Wir begegnen diesem unermüdlichen Tagebuchschreiber und Journalisten immer dort, wo die Moderne das Alte in Frage stellt – ab 1914 als hohem Offizier – dann in der jungen Demokratie von Weimar einem unerschütterlichen Kämpfer um den Frieden. Trotz und gerade wegen der Ambivalenzen bleibt Kessler uns präsent: als Vordenker und Vermittler, vielleicht als Vorbild. Christian Schulz zeichnet an diesem Abend den Facettenreichtum jenes Intellektuellenlebens nach.

Christian Schulz
„Harry Graf Kessler“
ein Abend von Welt


Dienstag, 20. Februar, 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt 5,--


Harry Graf Kessler
„Tagebücher 1918-1937“

855 Seiten
Insel Verlag
23,- Euro

Besser Denken - das Gebot der Stunde!

„Besser denken“ kann man unter verschiedenen Gesichtspunkten verstehen oder interpretieren. In erster Linie liegt darin natürlich die Aufforderung, sich mehr Gedanken zu machen, über die eigene Lebenssituation und in der Betrachtung und Beurteilung der Anderen. Das Nachdenken, die Reflexion, stehen am Anfang jeder Problemlösung. „Besser denken“ ist aber auch ein Aufruf, vor einem schnellen Urteil, das leicht zum Vorurteil wird, innezuhalten und nachzudenken. Vieles, das man auf den verschiedenen Internetplattformen lesen kann, macht das Nachdenken vor dem schnellen Aufschreiben zum Gebot der Stunde. Mit Katharina Ceming kommt eine Philosophin nach Langenau, die mit ihrem neuen Buch aufzeigt, wie Denken das tägliche Leben prägen und bereichern kann. Wolfram Eilenberger zeigt bei seinem Vortrag, wie in den Zwanziger Jahren die ganze Welt ein letztes Mal auf den großen philosophischen Diskurs in Deutschland schaute. Mit Marcus Steinweg wollen wir wagen in die Zukunft zu blicken, um zu sehen, was das Netz von unserer Individualität übrig lässt.

Jeder ist ein Philosoph
Die Philosophie ist keine Wissenschaft der abgelegenen Zirkel und des stillen Kämmerleins. Die Philosophie ist mitten unter uns und jeder ist ein Philosoph - oder könnte es zumindest sein. Katharina Ceming fordert mit ihrem Buch „Denken hilft“ auf, über sich selbst und sein eigenes Tun nachzudenken. Dabei wird sie ganz konkret, wenn sie die Wissenschaft des Denkens auf die Fragen des alltäglichen Lebens herunterbricht. Denken als kreativer Prozess hilft und es verhindert das vorschnelle Urteil, das so leicht Schaden anrichten kann. Die an der Refl exion geschulte, eigene Meinung ist so wichtig in einer manipulativen Welt. Cemings Buch ist Lebenshilfe im ursprünglichen Sinn und zeigt, dass es immer eine Alternative gibt.

Katharina Ceming
„Denken hilft“
Vortrag


Mittwoch, 7. März, 20 Uhr
Langenau/Pfleghofsaal
Eintritt 10.-/6,-


Katharina Ceming
„Denken hilft“

176 Seiten
Patmos Verlag
17,- Euro

Das Jahrzehnt der Philosophie
Ein letztes Mal blickte die Welt mit Erstaunen auf Deutschland, da vier große deutschsprachige Philosophen die Geistesgeschichte prägten. Die Zwanziger Jahre waren eine Epoche von herausragender intellektueller Explosionskraft, in der Gedanken zum ersten Mal gedacht wurden, die noch heute unsere Gegenwart bestimmen. Wolfram Eilenberger erzählt brillant vom kometenhaften Aufstieg Martin Heideggers, vom Weg Walter Benjamins, dem denkenden Revolutionär, vom Milliardärssohn Ludwig Wittgenstein, der verarmt in der österreichischen Provinz Grundschüler unterrichtete, bevor er wieder nach England zu seinem eigentlichen Metier, der Philosophie, zurückkehrte. Der Vierte im Bunde ist Ernst Cassirer, der auf dem Gipfel seiner philosophisch-akademischen Karriere am eigenen Leib den aufkommenden Antisemitismus erfahren musste.

Wolfram Eilenberger
„Zeit der Zauberer“
Vortrag


Samstag, 10. März, 20 Uhr
Langenau/Pfleghofsaal
Eintritt 10.-/6,-


Wolfram Eilenberger
„Zeit der Zauberer“

400 Seiten
Klett-Cotta
25,- Euro

Beim Denken zusehen
Der Abschluss unserer Reihe verspricht ein sehr spannendes Abenteuer für den Kopf zu werden; denn Marcus Steinweg – Kunsttheoretiker und Philosoph - kommt ohne Papier, aber mit umso mehr Ideen auf die Bühne des Pfl eghofs. Die Auftritte von ihm faszinieren gleichermaßen wie sie seine Zuhörer fordern. Seine „Gedankensplitter“ sind messerscharf und bringen auch nicht mehr hinterfragte Gewissheiten zum Einstürzen. Das ist Philosophie auf der Höhe der Zeit, die alles in Frage stellen muss und dabei neue Blicke freimacht. Der Titel seines neuen Buches „Subjekt und Wahrheit“ ist für sich gesehen schon Programm, da die Auseinandersetzung mit den beiden Begriffen zu den Grundlagen der philosophischen Tradition gehört. Eva-Maria Mahr wird den Abend moderieren, um das Publikum bei dieser philosophischen Sternstunde mitzunehmen.

Marcus Steinweg
„Subjekt und Wahrheit“
Vortrag


Montag, 12. März, 20 Uhr
Langenau/Pfleghofsaal
Eintritt 10.-/6,-


Marcus Steinweg
„Subjekt und Wahrheit“

240 Seiten
Matthes & Seitz Berlin
16,- Euro

Welch ein Glück – ich lese
Lebensentwürfe, Therapieansätze, Liebeserklärungen und Vergangenheitsbewältigung, aber auch Abenteuer im Kopf, Spannung und die Poesie des Lebens stecken in Büchern. Die neue Entdeckung der Langsamkeit, die Reflexion von dem was man liest, bedeuten gleichzeitig ein Innehalten und eine Orientierung. Die Lektüre eines guten Buches ist ein Gegenentwurf zu unserem gesellschaftlichen Mangel an Phantasie und Utopie. Der deutsche Buchmarkt liefert Jahr für Jahr nicht nur austauschbare Bestseller, sondern eine ungemeine Vielfalt an Neuerscheinungen. Es ist unser Anliegen, aus dieser vielleicht undurchschaubaren Flut, die Aufgabe des Rosinenpickens zu übernehmen. Wir sind unserem Publikum dankbar, das uns seit über 20 Jahren beim „Quartett“ die Treue hält.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 44. Mal ein
Dienstag, 20. März - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei

Ein Krieg kennt nur Verlierer
Es ist Es ist etwas ganz Alltägliches, wenn ein Onkel sich mit seinem Neffen von der Schule auf den Nachhauseweg macht. Nicht so im Osten der Ukraine, im Donezbecken, wo dies lebensgefährlich wird, wenn der Weg mitten durch das Bürgerkriegsgebiet geht. Bei Zhadans Buch verwandelt sich vertraute Umgebung in ein unheimliches Terrain. Minen explodieren, Maschinengewehre rattern und trotzdem stolpern orientierungslose Menschen durch eine apokalyptische Landschaft. Der Heimweg wird zu einem Wagnis auf Leben und Tod.
Zhadans Roman ist eine vehemente Anklage gegen den Krieg und mehr noch, er zeigt trotzige, aufrechte Menschen, die sich dem Wahnsinn dieses irrationalen Konfliktes entgegenstellen. Dabei zeigt sich die Sinnlosigkeit, diesen Konflikt mit Waffengewalt zu lösen.

Serhij Zhadan
„Internat“
Lesung und Gespräch


Mittwoch, 21. März, 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5,-


Serhij Zhadan
„Internat“

Roman
300 Seiten
Suhrcamp
22,- Euro

Ein Ehedrama
Dramatisch mit einem Totschlag endet die Ehe zwischen der Lehrerin Livia und ihrem Mann, dem einst vielversprechendem Athleten. Livia ist es, die im Krankenhaus auf ihren Prozess wartet und sich der Frage stellt, wie es zu ihrer Affekthandlung kommen konnte. Wo war der Punkt an dem die Ehe zerbrach? Während sie versucht die Glasscherben – die Bruchstücke der Vergangenheit – wieder zusammenzusetzen, erfährt der Leser vieles aus dem Alltag Ungarns als der Gulaschkommunismus sich wandelte und der Eiserne Vorhang fiel. Noémi Kiss ist bekannt für ihre lyrische Sprache, die aber doch messerscharf den Alltag eines Paares seziert. Das frühe Glück, sie hat ihren Mann bereits als Studentin der besten Freundin ausgespannt, endet in häuslicher Gewalt, die von der einst so großen Liebe, der Leidenschaft nichts mehr übriglässt.

Noémi Kiss
„Dürre Engel“
Lesung und Gespräch


Donnerstag, 12. April, 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Gefördert von der Europäischen Donauakademie
Eintritt 5,-


Noémi Kiss
„Dürre Engel“

Roman
296 Seiten
Europa Verlag
22,- Euro

In den mittleren Jahren
Wie beeinflussen diese wankelmütigen und unsicheren Zeiten unsere Paarbeziehungen; insbesondere, wenn eine Ehe in die Jahre kommt. Richard erforscht die Gletscher und je mehr diese verschwinden, verlassen auch ihn seine Gewissheiten. Der unsichere Kantonist beginnt an seinem Leben zu zweifeln. Er träumt von Kanada und flieht aus dem Alltag und seiner Ehe, nichts scheint ihm mehr sicher in seinem Leben. Ganz anders verhält sich seine Frau Natascha. Sie ist der Gegenwart und vor allem den Menschen zugewandt und öffnet ihr Haus für eine Flüchtlingsfamilie aus Damaskus. Norbert Gstreins Roman handelt vom Älterwerden, vom Anderswerden aber auch davon, dass das Leben nicht aufgeschoben werden kann. Wenn man nur von zukünftigen Plänen träumt, vergisst man, dass es gilt, jeden Augenblick bewusst zu leben.

Norbert Gstrein
„Die kommenden Jahre“
Lesung


Dienstag, 24. April, 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--


Norbert Gstrein
„Die kommenden Tage“

288 Seiten
Hanser
22,-- Euro

Dauergäste aus den Regalen
Natürlich gibt es auf dem deutschen Buchmarkt jede Menge Eintagsfliegen. Diese enden auf den Wühltischen der Buchhandlungen oder auf den Flohmärkten. Doch es gibt auch vergessene Bücher, wertvolle Schätze, die einfach keinen Leser gefunden haben. Jenen Büchern, die uns Jahr für Jahr durch die Inventuren begleiten, wollen wir an diesem Abend eine Chance geben, einen glücklichen Leser zu finden. Manchmal ist es nur ein grässlicher Umschlag oder mangelndes Interesse der Medien, das verhindert, dass ein wahrer Schatz unser Haus verlässt. Natürlich freuen wir uns über den Verkauf solch einer „schenen Leich“, sind aber auch ein wenig melancholisch, da in jedem dieser Bücher ein Stück unserer Buchhandlungsgeschichte steckt.

„A schene Leich‘“
Buchraritäten vorgestellt
vom Team der Buchhandlung

Donnerstag, 3. Mai - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei


Kunst und Literatur in Büchern
Die Verlagsvorstellung von Julia Knapp und Bernhard Echte ist wahrlich ein Ereignis, da diese vielmehr inszeniert als vorgetragen wird. Ein wenig neidisch blickt man schon auf die schöne Villa Abendstern im Schweizerischen Wädenswil, dem Sitz des Verlages. Dort entstehen all die schönen Kunstbände und das feine literarische Programm. Im Mittelpunkt steht Robert Walser und das nicht nur weil Bernhard Echte lange Jahre Leiter des Robert Walser Archivs in Zürich war. Doch der Blick des Hauses reicht weit über die Schweizer Grenzen hinaus mit so wunderbaren Fotobänden wie von Michael Ruetz, Péter Nádas oder Marianne Breslauer. Auch die literarischen Bücher zeichnen sich durch ihre bibliophile Gestaltung aus und sind eine Fundgrube belletristischer Kostbarkeiten.

„Nimbus‘“
ein Verlag stellt sich vor

Donnerstag, 9. August - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei

Rückblick 2018

Weltkulturerbe Eiszeithöhlen
Mit Nicholas J. Conard kommt der wohl glühendste Verfechter und die Triebfeder für die Auszeichnung unserer Höhlen im Lonetal als UNESCO Weltkulturerbe. Der Tübinger Archäologe hat von Anfang an erkannt, welche Dimension die ausgegrabenen Kunstwerke für die Geschichte der Menschheit haben. Er kommt deshalb so früh im Jahr nach Langenau, weil er danach zu Grabungen in Südafrika aufbricht, nicht aber ohne noch einmal von seinen so wertvoll eingeschätzten Höhlen zu berichten. Mit dabei hat er natürlich den neu erschienen Bildband über die Eiszeithöhlen, der nicht nur sehr schön gestaltet ist, sondern das gesamte Wissen über unsere Urzeitkünstler zusammenfasst. Vor dem Vortrag versuchen wir dem Autor und Wissenschaftler im Gespräch etwas aus dem archäologischen Nähkästchen zu entlocken.

Nicholas J. Conard
„Als der Mensch die Kunst erfand“
Vortrag und Gespräch


Donnerstag, 4. Januar, 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal



Nicholas J. Conard
„Als der Mensch die Kunst erfand“

192 Seiten
Theiss
39,95 Euro


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