Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.

Foto: © Tanja Kioschis-BTC Photography 2025.

Ein Roman voller Herzenswärme
Der Erwerb von Torsten Woywods Roman müsste eigentlich in der Buchhandlung auf Rezept möglich sein. Die Geschichten des Buchs sind ein therapeutisches Heilmittel, Seelenbalsam, und gleichzeitig in seiner Wirkung entschleunigend. Das kleine Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen gibt es wirklich und es wird erzählt, dass dort die Uhren anders gehen. Es gibt ein Fernsehgerät im Dorf und für nur eine Stunde einen Internetzugang, doch gibt es weit über 100.000 Bücher, die das Herz eines jeden Bücherenthusiasten höherschlagen lassen. Wieder wird es Frühling im 390 Seelen Dorf - die Natur erwacht zu neuem Leben. Und das Ende des Winters bringt nicht nur den wärmenden Sonnenschein, auch die junge Französin Marie, die ins Dorf kommt, zieht die Bewohner in ihren Bann. Selbst die griesgrämige Mathilde kann Maries Charme nicht widerstehen!

Torsten Woywod
„Mathilde und Marie“
Lesung

Donnerstag, 29. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro

Thorsten Woywod
„Mathilde und Marie“

336 Seiten
DTV (2026)
22,- Euro

Foto: © Von Jaramo81 - Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia
.org/w/index.php?curid=176968955

Nicht nur Wien allein
Nicht alle bedeutenden österreichischen Verlage sind in Wien angesiedelt. Auch in Graz haben sich engagierte Büchermacher gefunden, die die Literaturlandschaft unseres Nachbarlandes aufmischten. 1978 gründete sich aus einer Galerie und Buchhandlung heraus der Droschl Verlag, der bis heute seiner Linie treu geblieben ist und vor allem neue deutschsprachige Literatur herausgibt. Annette Knoch hat 2003 den Verlag von ihrem Vater übernommen und führt ihn mit dem gleichen Engagement fort. Blättert man durch das Verlagsprogramm stellt man fest, dass sich junge, unbekannte Autoren und Schriftstellerinnen abwechseln mit den großen Namen der zeitgenössischen österreichischen Literatur. Wir haben das große Glück, dass mit Ilma Rakusa eine Femme de lettres, eine der wichtigsten europäischen Autorinnen, nach der Verlagsvorstellung, als Gast ihr neues Buch vorstellen wird. „Wo bleibt das Licht“, so der Titel, beschreibt in unnachahmlicher Weise und perlengleicher aneinandergereihter Texte, den Zustand der Welt. Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die klare Sprache und die Poesie bei einer Autorin, wo das eine das andere nicht ausschließt.

Droschl – ein Verlag stellt sich vor
Annette Knoch
zu Gast Ilma Rakusa
Musik: Daniel Rosch

Donnerstag, 5. Februar 2026
20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt 15,- / 10,- Euro

Ilma Rakusa
„Wo bleibt das Licht“

560 Seiten
Literaturverlag Droschl (2025)
34,- Euro

Foto: © Smilla Dankert Fotografie

Alles schien möglich, sogar der Frieden
So zumindest erscheinen im Rückblick von Kristof Magnusson die Neunziger Jahre von denen man glaubte, die Geschichte sei an ihr Ende gekommen. Mit seinem grandiosen Abenteuerroman erzählt er uns von einem Doppelagent, der, scheinbar arbeitslos geworden, im fernen Kasachstan ein letztes großes Ding drehen will. Ausgerechnet den jungen Dichter Jakob Dreiser sucht sich der Spion Dieter Germeshausen aus, denn gibt es ein besseres Versteckt als hinter einem gefeierten Dichter. Die Liebe darf nicht fehlen. Was für eine stürmische Geschichte in einer Zeit, in der vermeintlich die Freiheit grenzenlos war. Kristof Magnusson ist durch und durch ein optimistischer Mensch. Vielleicht ist ihm deshalb ein so grandioser Roman gelungen, denn die Welt war scheinbar nicht mehr in Gut und Böse eingeteilt. Und das ist gut so, denn Magnusson geht stets sehr freundlich mit seinen Protagonisten um.

Kristof Magnusson
„Die Reise ans Ende der Geschichte“
Lesung

Mittwoch, 11. März 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro

Kristof Magnusson
„Die Reise ans Ende der Geschichte“

288 Seiten
Klett-Cotta
25,- Euro

Immer wieder sonntags…
Die Entscheidung unser Literarisches Quartett auf einen Sonntag zu legen, war richtig. Der Erfolg gibt uns recht. Sowohl am Vormittag als auch nachmittags, war beim letzten Mal ausverkauft. Ausgeruht zum Quartett zu erscheinen, macht es uns Buchhändlern leichter mit noch mehr Enthusiasmus Bücher vorzustellen.
Das Konzept, bei unserer Auswahl guter Bücher eben nicht auf die Bestseller zu setzen und „unbekanntere“ aber umso lesenswertere Bücher auszuwählen, trägt dazu bei, unser Bücherwissen gegenseitig zu erweitern. Der Erfolg der Vorstellungsrunde setzt sich dann im Alltag fort, da die Bücher so zu unseren Bestsellern werden. Freuen Sie sich wieder auf eine bunte Mischung aus den Frühjahrsneuerscheinungen, in erster Linie Romane, aber, wie gewohnt, auch Sachbücher und als Bonbon ein wenig Kinderbuch.
Wir können es nur immer wiederholen, welch großartige Erfahrung es ist, sich in einem Roman zu „verlieren“. Dabei verleiten gute Bücher nicht nur zur Flucht aus der Wirklichkeit, sie helfen dabei, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen.

Das Langenauer
Literarische Quartett
lädt ein zum 57. Mal

Sonntag, 29. März
11 und 14 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei, bitte anmelden

Wenn man alles verliert…
Was für ein außergewöhnliches Buch, verfasst von einem sehr jungen Autor, ein Roman mit dem Verlangen - mit großen Gefühlen und einer poetischen Sprache - der Geschichte und ihrem Schrecken etwas entgegenzusetzen. Es ist der unaufhaltsame Niedergang einer südungarischen Adelsfamilie, es sind die grausamen Kriegszeiten und die Fährnisse der stalinistischen Zeit von denen der Roman handelt und dem Nelio Biedermann wie ein Zauberer mit der Magie seiner Erzählweise begegnet. Vom Ende der Donaumonarchie bis zum Ungarnaufstand vergehen 50 Jahre und drei Generationen versuchen ihr Glück zu finden und die Liebe und fristen dabei doch nur mit Mühe ihr Leben, ihren Alltag. Wir freuen uns sehr, diesen außergewöhnlichen Schriftsteller bei uns in Langenau begrüßen zu dürfen, denn beim Lesen des Romans kam bei uns der Wunsch auf: „Ach, möge dieser Roman doch niemals enden“.
Wer die Lesung verpasst oder sie ein zweites Mal erleben möchte, ist eingeladen, am darauffolgenden Tag, Donnerstag, 16. April um 19 Uhr nach Ulm ins Donauschwäbische Zentralmuseum zu kommen.

Nelio Biedermann
„Lázár“
Lesung mit musikalischer Begleitung

Mittwoch, 15. April 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro

Nelio Biedermann
„Lázár“

336 Seiten
Rowohlt, Berlin (2025)
24,- Euro

Archiv 2026


Wahrlich von einem Wunderland berichtete Harald Jähner, als er sein neues Buch über die späten 1950er und die 1960er Jahre unseres Landes vorstellte. Mit Witz und Esprit antwortete der Autor auf die Fragen des Buchhändlers und so wurde das Publikum zu Anfang des Abends mitgenommen auf einen Spaziergang durch eine Wohnung, die sich so rasant veränderte, wie seine Bewohner. Als er dann später aus dem Buch Passagen über den „Gammler“ und den „Playboy“ vorlas, wurden zwei Spezies von Mann vorgestellt, die so typisch waren für die „Pubertätsjahre“ der BRD. Jähner versteht es bestens, dem Zuhörer Zeitgeschichtliches auf unterhaltsame Weise nahezubringen. Danke an das aufmerksame Publikum, das Information und Humor gleichsam genoss.

Harald Jähner
„Wunderland“
Lesung

Mittwoch, 14. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Harald Jähner
„Wunderland“

480 Seiten
Rowohlt, Berlin (2025)
32,- Euro