Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.
Alles schien möglich, sogar der Frieden
So zumindest erscheinen im Rückblick von Kristof Magnusson die Neunziger Jahre von denen man glaubte, die Geschichte sei an ihr Ende gekommen. Mit seinem grandiosen Abenteuerroman erzählt er uns von einem Doppelagent, der, scheinbar arbeitslos geworden, im fernen Kasachstan ein letztes großes Ding drehen will. Ausgerechnet den jungen Dichter Jakob Dreiser sucht sich der Spion Dieter Germeshausen aus, denn gibt es ein besseres Versteckt als hinter einem gefeierten Dichter. Die Liebe darf nicht fehlen. Was für eine stürmische Geschichte in einer Zeit, in der vermeintlich die Freiheit grenzenlos war. Kristof Magnusson ist durch und durch ein optimistischer Mensch. Vielleicht ist ihm deshalb ein so grandioser Roman gelungen, denn die Welt war scheinbar nicht mehr in Gut und Böse eingeteilt. Und das ist gut so, denn Magnusson geht stets sehr freundlich mit seinen Protagonisten um.
Kristof Magnusson
„Die Reise ans Ende der Geschichte“
Lesung
Mittwoch, 11. März 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Immer wieder sonntags…
Die Entscheidung unser Literarisches Quartett auf einen Sonntag zu legen, war richtig. Der Erfolg gibt uns recht. Sowohl am Vormittag als auch nachmittags, war beim letzten Mal ausverkauft. Ausgeruht zum Quartett zu erscheinen, macht es uns Buchhändlern leichter mit noch mehr Enthusiasmus Bücher vorzustellen.
Das Konzept, bei unserer Auswahl guter Bücher eben nicht auf die Bestseller zu setzen und „unbekanntere“ aber umso lesenswertere Bücher auszuwählen, trägt dazu bei, unser Bücherwissen gegenseitig zu erweitern. Der Erfolg der Vorstellungsrunde setzt sich dann im Alltag fort, da die Bücher so zu unseren Bestsellern werden. Freuen Sie sich wieder auf eine bunte Mischung aus den Frühjahrsneuerscheinungen, in erster Linie Romane, aber, wie gewohnt, auch Sachbücher und als Bonbon ein wenig Kinderbuch.
Wir können es nur immer wiederholen, welch großartige Erfahrung es ist, sich in einem Roman zu „verlieren“. Dabei verleiten gute Bücher nicht nur zur Flucht aus der Wirklichkeit, sie helfen dabei, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen.
Das Langenauer
Literarische Quartett
lädt ein zum 57. Mal
Sonntag, 29. März
11 und 14 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei, bitte anmelden
Wenn man alles verliert…
Was für ein außergewöhnliches Buch, verfasst von einem sehr jungen Autor, ein Roman mit dem Verlangen - mit großen Gefühlen und einer poetischen Sprache - der Geschichte und ihrem Schrecken etwas entgegenzusetzen. Es ist der unaufhaltsame Niedergang einer südungarischen Adelsfamilie, es sind die grausamen Kriegszeiten und die Fährnisse der stalinistischen Zeit von denen der Roman handelt und dem Nelio Biedermann wie ein Zauberer mit der Magie seiner Erzählweise begegnet. Vom Ende der Donaumonarchie bis zum Ungarnaufstand vergehen 50 Jahre und drei Generationen versuchen ihr Glück zu finden und die Liebe und fristen dabei doch nur mit Mühe ihr Leben, ihren Alltag. Wir freuen uns sehr, diesen außergewöhnlichen Schriftsteller bei uns in Langenau begrüßen zu dürfen, denn beim Lesen des Romans kam bei uns der Wunsch auf: „Ach, möge dieser Roman doch niemals enden“.
Wer die Lesung verpasst oder sie ein zweites Mal erleben möchte, ist eingeladen, am darauffolgenden Tag, Donnerstag, 16. April um 19 Uhr nach Ulm ins Donauschwäbische Zentralmuseum zu kommen.
Nelio Biedermann
„Lázár“
Lesung mit musikalischer Begleitung
Mittwoch, 15. April 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro

Wir wollten zwei ganz besondere Dinge miteinander verbinden. Eine Lesung mit Ilma Rakusa, einer der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart und der Vorstellung ihres Verlages, dem österreichischen Droschl Verlag aus Graz. Leider musste die gerade erst 80 Jahre alt gewordene Schriftstellerin wegen Krankheit passen. Dass die Veranstaltung trotzdem so gelungen war, lag an der Verlegerin Annette Knoch, die ihren Verlag dem Publikum anschaulich näherbrachte und an Angelika Mahr, die als Vorleserin Frau Rakusa so gut ersetzte. Das I-Tüpfelchen des Abend waren dann die Gitarrenklänge von Daniel Rosch, die so gut zu den Tagebuchaufzeichnungen, teils politisch oder poetisch und dann wieder ganz alltäglich, passten.
Droschl – ein Verlag stellt sich vor
Annette Knoch
zu Gast Ilma Rakusa
Musik: Daniel Rosch
Donnerstag, 5. Februar 2026
20 Uhr
Buchhandlung Mahr

Auf einen Ausflug in die Welt der Bücher entführte uns Torsten Woywod, der uns mit seinem Buch „Mathilde und Marie“ besuchte. Er berichtete uns von seiner Weltreise, die ihn durch die verschiedensten Buchhandlungen und Bücherdörfer führte, und ihn schließlich nach Redu in den belgischen Ardennen brachte, den Ort, an dem auch sein Roman spielt. Auch nahm er uns mit in den Entstehungsprozess seines Buches: von der ersten Idee, über verlorene Notizen aufgrund eines kaputten Handys, durch seine Schaffensphasen, die er an den freien Tagen neben seinem Beruf in einem Verlagshaus taktet, bis hin zur Verlagsfindung - auch der Weg von der Idee zum fertigen Buch ist eine große Reise. Und natürlich wurde auch gelesen, aus dem wunderbaren Buch über das Lesen und das Zuhören. „Mathilde und Marie“ sorgten dafür, dass wir Zuhörenden die Lesung mit einem warmen Gefühl im Herzen verlassen konnten.
Torsten Woywod
„Mathilde und Marie“
Lesung
Donnerstag, 29. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Wahrlich von einem Wunderland berichtete Harald Jähner, als er sein neues Buch über die späten 1950er und die 1960er Jahre unseres Landes vorstellte. Mit Witz und Esprit antwortete der Autor auf die Fragen des Buchhändlers und so wurde das Publikum zu Anfang des Abends mitgenommen auf einen Spaziergang durch eine Wohnung, die sich so rasant veränderte, wie seine Bewohner. Als er dann später aus dem Buch Passagen über den „Gammler“ und den „Playboy“ vorlas, wurden zwei Spezies von Mann vorgestellt, die so typisch waren für die „Pubertätsjahre“ der BRD. Jähner versteht es bestens, dem Zuhörer Zeitgeschichtliches auf unterhaltsame Weise nahezubringen. Danke an das aufmerksame Publikum, das Information und Humor gleichsam genoss.
Harald Jähner
„Wunderland“
Lesung
Mittwoch, 14. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal