Landleben in kommunistischen Zeiten
Ein Blick auf die Zwangskollektivierung und einen sturen Bauern. Diese verlief auch in der Tschechoslowakei nicht ganz ohne Widerstand. František möchte Herr auf seinem Hof bleiben, doch als Hilfe bei der Ernte wird ihm statt dem jungen, starken Helfer nur die schmächtige Ida zugewiesen. Mit der junge Frau sollte auf dem Hof alles anders werden, bis František erfährt, was es mit der jungen Frau auf sich hat.
Weibliche Freiheit
Viktorka, die verrückte Kindsmörderin, die allein im Wald lebt, eine Figur aus Božena Němcovás Roman „Großmutter“. Der Roman aus dem 19. Jahrhundert ist ein bedeutendes Stück Kulturerbe der Böhmen, das fast jedes Kind kennt. Jarka Kubsova, die seit ihrem 10.Lebensjahr in Deutschland lebt, hat sich dieser Figur, die ja tatsächlich gelebt hat, in ihrem neuen Roman angenommen. Selbst zurückgezogen in einem Haus im Wald lebend, macht sich die Schriftstellerin auf, der Wahrheit über diese mystische Frau auf die Spur zu kommen.

Der Schuft in der Kruft
Ein Lottoskandal im Habsburger Reich, der in der Habsburgermonarchie für großes Aufsehen erregte. Johan Karl von Sothen, ein schrecklicher Emporkömmling, wusste, dass eine Brieftaube schneller ist als der reitende Bote mit den Lotteriezahlen. So konnte er noch schnell die richtigen Zahlen abgeben…Dieser kleine Roman ist eine wunderbare Geschichte über die Armut jener Zeit und der Hoffnung der Menschen, diese mit dem Losglück zu verlassen.
Ein Haus und seine Geschichte
Als der jüdische Rechtsanwalt Eduard Schwarz ein Haus auf der Prager Kleinseite kauft, sind Faschismus und Krieg noch weit entfernt. Er wird dessen Ausbruch auch nicht mehr erleben. Die Autorin erzählt von den Nachkommen und von den wechselnden Mietern in diesem Haus und so entstand ein Zeitroman von Verlust, Hoffnung und Überlebenswillen, von Schicksalen hinter den Wänden jener Wohnungen.
Gedanken bei vorbeiziehender Landschaft
Nirgends lässt es sich besser über das eigene Leben nachdenken als bei einer Fahrt mit dem Zug, den Kopf ans Fenster gelehnt den Gedanken freien Lauf lassend. Doch in Lucie Faulerovás Roman wechseln die schönen Erinnerungen einer Kindheit immer mit dem Tod ihrer Schwester. Schuldgefühle kommen auf und doch versteht es die junge Frau am Fenster des Abteils nach vorne zu blicken, denn da liegt noch so viel Zukunft vor ihr.

Das Wetter war mehr als mediterran, die Fischsuppe köstlich und der Pfleghof bestens gerüstet für eine gelungene kroatische Nacht. Doris Akrap las aus ihrem außergewöhnlichen Reiseführer über Dalmatien, erzählte von dem Land, das hinter der Küste liegt, so wusste sie von der größten Mercedes-Dichte der Welt zu berichten, die sogar durch ein Denkmal eines Oldtimers aus Granit belegt wird. Alida Bremer las aus ihren Romanen und unterstrich wieder einmal die Herzlichkeit ihres Heimatlandes Kroatien und der Bedeutung der Großmütter. Dies bestätigte auch Miroslav Nemec, der erzählte, dass er in einem Matriarchat von Tanten und Großmüttern aufgewachsen ist. Als Höhepunkt des Abends las er dann aus dem Roman „Freelander“ von Miljenko Jergović Ein kroatischer Renter auf dem Weg von Zagreb nach Sarajevo. Die ausgewählte, humorvolle Passage führte mitten hinein in ein Fußballspiel, das sich zu einer Humoreske ausweitete und wie kein anderer brachte Nemec das Publikum zu Lachen.
Doch was wäre diese kroatische Nacht ohne die Musik gewesen. In der modernen Interpretation von alten kroatischen Volkslieder und neuen Songs haben die Musiker um das „Viertonsofa“ mit den grandiosen Stimmen von Željka Badurina und Alexander Seitz das Publikum verzaubert.
Eine Nacht voller Poesie, die das Land zwischen Adria und Donau mitten im Pfleghof lebendig werden ließ.
Danke, an alle helfenden Hände!
Unser tägliches Brot
Gott im Himmel
spielt Mikado
mit den Engeln.
Der auf Erden
hat uns vergessen.
Gottverlassen,
Doch die Sonne bringt
einen neuen Tag.
Thomas Mahr
In jedem Buch steckt ein Geheimnis, das es zu lüften gilt. Jedes gute Buch, gelesen, wird zum Kleinod der Erinnerung.
Wir wünschen allen ein gesundes, ein glückliches Neues Jahr. Wenn es auch schwerfällt, lassen sie uns frohgemut in die Zukunft blicken. Wir brauchen uns nicht zu fürchten, solange die Demokratie unser Handeln lenkt, dafür wollen wir einstehen.
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